Ein Traum ist wahr geworden

Schapdetten - Großer Jubel an der Vogelstange in der Detterheide: Mit Frank Eichriedler hat der Schützenverein Schapdetten einen neuen König.

Und wieder einmal können die Schapdettener Schützen, die alljährlich den Reigen der Nottulner Schützenfeste beschließen, einen beliebten Regenten vorweisen: Frank Eichriedler heißt der Glückliche, der auch unbedingt König werden wollte. Er wurde es! Mit dem 148. Schuss erfüllte der sympathische Schapdettener sich, seiner Frau Nadine, ja, wie man in der Detterheide hören konnte, seiner ganzen Familie diesen Traum. Auch wenn es bis kurz vor dem finalen Treffer noch so aussah, als ob der amtierende König Christopher Robering es in diesem Jahr noch einmal schaffen könnte, den Thron zu besteigen.

Die Beiden waren aber nicht die einzigen, die beim Königsschießen gewinnen wollten. Der Kreis der Bewerber um Kette und Titel jedenfalls wurde den ganzen Nachmittag über nicht kleiner. Grund dafür mag auch die gute Stimmung gewesen sein. Untermalt wurde diese von den Klängen des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr aus Darfeld und den fröhlichen Musikanten aus Albachten, geprägt aber vor allem durch das schöne Wetter. Dass es später – bei der sehenswerten Polonaise – richtig blitzen, donnern und schütten würde, konnte ja am Nachmittag noch keiner ahnen.

So war der Platz um die idyllisch gelegene Schießanlage in der Detterheide von Gästen aus Schapdetten und dem ganzen Umland dicht bevölkert. Mittendrin – und leicht an ihren gelben Westen zu erkennen – Schützen der „Gemütlichkeit“ Stevern mitsamt ihren Königen Tim Jäger und Jan van de Kolk. Die revanchierten sich als Wegsicherung für die Nachbarschaftshilfe der Schapdettener in Stevern.

Schon der gemeinsame Kirchgang am Freitag mit der würdevollen Kranzniederlegung am Ehrenmal und der lange bunte Zug durch den festlich geschmückten Ort lockte die Menschen an Straßenränder und Kreuzungen. Vom Ball am Abend erst gar nicht zu reden. Den feierten so einige unverwüstliche Grünröcke bis in den frühen Samstagmorgen.

Den Schützenbrüdern blieb dann allerdings nicht mehr viel Zeit zum Schlafen, da es mittags schon wieder hieß: „Antreten!“ Und dann folgte wieder die prächtige Prozession durchs Dorf.

Einer der sich ganz besonders darüber freute, dass er neben dem zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden König Christopher Robering und dem Vorsitzenden des Vereins, Matthias Stüper, in der Königskutsche mitfahren durfte, war zweifellos Pfarrer Franz Anstett. Der hielt es dann am Schießstand – wo Franz Georg Spork und Hendrik Alichmann als routinierte Schießmeister agierten – anschließend auch besonders lange aus.

Dass der Krönungsball am Samstagabend für etliche Schützen auch wieder erst im Morgengrauen endete, verwunderte da schon niemanden mehr. Auch diesmal blieb wenig Zeit zum Ausschlafen, denn nur Stunden später, beim traditionellen Frühschoppen am Sonntagmorgen, herrschte Anwesenheitspflicht. Schließlich hatte der Vorstand nicht nur alle Bürger, sondern auch eine ganze Reihe von verdienten Jubilaren eingeladen.

Geehrt wurden Thorsten Haldau, Martin Kollenberg und Frank Welling für 25 Jahre Mitgliedschaft, Ewald Beckersjürgen, Helmut Frye, Heinrich Homann, Ludger Laus, Hermann Leifken, Josef Offer, Heinz Rütering (60), Wilfried Rademacher (70) und Rudolf Gausepohl (75), außerdem die Jubelköniginnen Anita Upmann (25), Mathilde Strusinna (40), Reinhilde Haldau (50) und Agnes Reiling (60). Im Rahmen der Ehrungen wurde Martin Gausepohl in den Ehrenvorstand versetzt.

Unter den Gästen waren auch die Vorstände der Volksbank Nottuln. Die Sparkasse entschuldigte sich wegen "Fehlens" mit 100 Litern Freibier bei den Schützen. Was ziemlich gut ankam.

Text und Fotos: Dieter Klein - Westfälische Nachrichten vom 24.07.2017